Mehr Zeit für die Pflege – weniger Bürokratie: Seniorendomizil Haus Benedikt vereinfacht die Pflegedokumentation
Das neue Pflegemodell – ein positiver Schritt in die richtige Richtung. Bedingt durch den großen Dokumentationsaufwand im Gesundheitswesen, hat das Bundesministerium für Gesundheit das Projekt „Entbürokratisierung in der Pflege“ ins Leben gerufen. Das Seniorendomizil Haus Benedikt in Herbrechtingen beteiligt sich daran und erhofft sich dadurch eine erhebliche Zeitersparnis bei der bislang aufwendigen Pflegedokumentation. Ab Februar wird im Haus Be-nedikt die Dokumentation umgestellt.
Mehr Zeit für den Menschen, so das simple Ziel beim entbürokratisierten Pflegemodell. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben den Pflegeberuf gewählt, weil sie gerne mit Menschen arbeiten. Die Pflege- und Betreuungskräfte haben Freude an ihrer Arbeit und möchten auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner und Kunden eingehen. Unnötige Schreibarbeiten erschweren das“, so Geschäftsführer Wolfgang Frühschütz vom Träger compassio aus Ulm.
Seit Oktober vergangenen Jahres arbeiten vier compassio-Seniorendomizile nach dem vereinfachten Modell. Die Zwischenbilanz fällt durchweg positiv aus. Pflegemitarbeiter haben mehr Ressourcen für die Pflege und Betreuung. Bewohner spüren diese positive Veränderung und schätzen die zusätzliche Zeit als Bereicherung. „Wir sind überzeugt, dass wir durch die Vereinfachung eine dauerhafte Qualitätsverbesserung in der ambu-lanten und stationären Pflege erreichen und das Wohlgefühl unserer Bewohner wie Kunden noch weiter steigern“, so Einrichtungsleitung Alexandra Watzlawek vom Haus Benedikt. Damit die Umsetzung nach der vereinfachten Methode auch im Haus Benedikt gelingt, wurden Einrichtungsleitung Alexandra Watzlawek und Pflegedienstleitung Maija Dornhauer geschult. Sie werden dann wiederum als Multiplikatoren die Mitarbeiter vor Ort schulen.  Unterstützend begleitet das Projektteam “SIS“ die Mitarbeiter. Auch nach Implementierung der neuen Struktur wird das compassio- Qualitätsmanagement in regelmäßigen Abständen vor Ort sein.

Neues Strukturmodell
Die verschlankte Dokumentation besteht aus vier Elementen: Strukturierte Informationssammlung (SIS), Maßnahmenplanung, Berichteblatt sowie Evaluation.
Die SIS bildet den Einstieg in den Pflegeprozess. Statt bisher 13 Themenfelder werden nach dem neuen Modell nur noch fünf überprüft. Mithilfe der Elemente sollen Faktoren die von Bedeutung sind dargestellt werden, sodass eine Orientierung über die individuelle Situation des Pflegebedürftigen ermöglicht wird. Im weiteren Pflegeverlauf werden die entsprechenden Inhalte bei Pflegevisiten zur Aktualisierung aufgegriffen. Neu ist, dass Pflegeeinrichtungen lediglich Veränderungen dokumentieren, Routinetätigkeiten werden nicht mehr notiert.

Mehr Zeit für die Pflege
Durch die kürzer gefasste Dokumentation erfahren Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung eine spürbare bürokratische Entlastung. Durch die gewonnene Zeit können Pflegekräfte wieder ihren wesentlichen Aufgaben nachgehen und sich intensiver um Bewohner und Kunden kümmern. Die Trendlinie zeigt, dass das Überdenken der bisherigen Grundsätze in der Pflegebranche Formen annimmt. Die geplante Abschaffung der bisherigen Pflegenoten für Pflegeheime und die damit verbundene Neuausrichtung des sogenannten „Pflege-TÜV, ist ein weiteres Vorhaben, das zuversichtlich stimmen lässt. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel in der Pflege, kann dieser positive Trend bestenfalls zu einer Stärkung der Pflegeberufe beitragen und junge Menschen für einen Beruf im Gesundheits- und Pflegebereich begeistern.